Rückblick & Analyse zur netcup G12.5 Tarifanpassung (September 2026): „Rampocalypse“, Zen-5-Upgrade & Bestandsschutz
- Umstellungsdatum: Am 22.–23. September 2026 erfolgte der Wechsel von der G12- auf die G12.5-Generation
- Ursache („Rampocalypse“): Globale KI-Cluster verknappen die Wafer-Kapazitäten für Server-DRAM; Einkaufspreise für DDR5 ECC RDIMMs und Enterprise-NVMe haben sich vervielfacht
- VPS-Anpassung: x86-VPS nutzen nun Enterprise-SSD-RAID10 zur Preisstabilisierung (VPS 500 G12.5 ab 5,90 € netto/Monat bei 24 Monaten Laufzeit)
- Root-Server-Quantensprung: Upgrade auf AMD EPYC 9645 (Zen 5 Architektur) mit über 2.100 Punkten im Geekbench 6 Single-Core, reiner NVMe und 2,5 Gbit/s
- Bestandsschutz für Altverträge: Bestehende Verträge (inkl. Black Friday Pro/Ultra) bleiben von der Preisanpassung vollständig ausgenommen
Inhaltsverzeichnis7 Abschnitte
Am 22. und 23. September 2026 sorgte eine ausführliche Stellungnahme der netcup-Geschäftsführung im offiziellen Kundenforum für intensiven Gesprächsstoff in der europäischen Hosting-Branche. Unter einer ebenso trockenen wie ehrlichen Überschrift wandte sich das Unternehmen an seine Kunden:
„Rampocalypse: We need to talk about pricing“ (Speicher-Apokalypse: Wir müssen über Preise sprechen)
Unmittelbar darauf stellte netcup seine Hauptproduktlinien von Generation 12 (G12) auf Generation 12.5 (G12.5) um – verbunden mit angepassten Einstiegspreisen, einer geänderten Storage-Architektur bei den x86-VPS sowie einem enormen Technologiesprung auf AMD EPYC 9645 (Zen 5) bei den dedizierten Root Servern.
Was genau hat sich technisch geändert? Warum reagierte die Admin-Community überwiegend mit Verständnis auf diesen Schritt? Und welche Strategie empfiehlt sich jetzt für Bestandskunden und Neubesteller? Hier ist unsere detaillierte Analyse.
1. Der ökonomische Hintergrund: Warum die „Rampocalypse“ den Servermarkt traf#
Um den Schritt von G12 auf G12.5 einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Halbleiter-Lieferketten der Jahre 2025 und 2026:
- KI-Rechenzentren saugen den Enterprise-DRAM-Markt leer:
Der weltweite Ausbau von KI-Trainingsclustern mit HBM3e/HBM4-Speicher hat dazu geführt, dass die drei großen Speicherhersteller (Samsung, SK Hynix und Micron) ihre Wafer-Kapazitäten massiv zugunsten hochmargiger KI-Chips umgeschichtet haben. Für klassische 64-GB- und 128-GB-DDR5-ECC-Server-Module (RDIMM) sowie Enterprise-Rechenzentrums-SSDs explodierten die Einkaufspreise innerhalb weniger Quartale.
- Druck auf das netcup-Geschäftsmodell:
Seit Jahren basiert der Ruf von netcup darauf, viel Arbeitsspeicher zu extrem knapp kalkulierten Preisen anzubieten. Wenn sich jedoch der Einkaufspreis für DDR5-ECC-RAM in einem Dual-Socket-EPYC-Hostsystem verdoppelt, lässt sich die bisherige Preiskalkulation bei neu beschaffter Hardware rechnerisch nicht mehr halten.
- Zwei Wege in der Hosting-Branche:
- Verdeckte Überbuchung (der Weg vieler Billig-Hoster): Die Preise auf der Webseite bleiben optisch gleich, doch im Hintergrund werden doppelt so viele virtuelle Maschinen auf denselben Host gepackt – mit der Folge hoher CPU-Steal-Werte und einbrechender IOPS;
- Offene Neukalkulation (der Weg von netcup): Transparente Kommunikation der Hardwarekosten, konsequenter Verzicht auf Überbuchung bei den Root Servern und vollständiger Preis-Bestandsschutz für alle laufenden Kundenverträge.
2. Die drei technischen Kernänderungen der Generation G12.5#
Änderung 1: x86-VPS wechseln auf Enterprise-SSD-RAID10#
- Was wurde angepasst?
Während die x86-VPS-Reihe in der G12-Generation auf NVMe-Speicher setzte, nutzt die G12.5-Generation (VPS 250 bis VPS 8000) hochredundante Enterprise-SSDs im RAID10-Verbund. Der beliebte VPS 500 G12.5 liegt bei 24-monatiger Laufzeit bei 5,90 € netto/Monat (7,02 € brutto inkl. 19 % MwSt.).
- Auswirkungen in der Praxis:
- Webserver, Docker-Container & Standard-Dienste (kaum spürbar): Mit sequenziellen Transferraten von 400 bis 800 MB/s laufen Nginx, WordPress, Reverse-Proxies, Git-Instanzen und kleinere Container-Stacks im Alltag genauso flüssig wie zuvor;
- Schreibintensive Großdatenbanken (spürbares Limit): Bei dauerhaften zufälligen 4K-Schreibzugriffen liegen die IOPS im Bereich von 15.000 bis 30.000 IOPS. Für hochfrequentierte PostgreSQL-, MySQL- oder Datenbank-Cluster empfiehlt sich daher der Griff zum Root Server (RS) oder zu den weiterhin mit reinem NVMe bestückten VPS ARM64-Modellen.
Änderung 2: Root Server mit massivem Upgrade auf AMD EPYC 9645 (Zen 5)#
- Zwar stieg der Einstiegspreis der Root-Server-Linie moderat an (
RS 1000 G12.5ab 18,26 € netto / 21,73 € brutto bei 24 Monaten Laufzeit), doch unter der Haube gab es den größten Leistungssprung der letzten drei Jahre:- Umstellung auf die im fortschrittlichen TSMC-Verfahren gefertigten AMD EPYC 9645 (Turin / Zen 5 Architektur) Flaggschiff-Prozessoren;
- Im Geekbench 6 erreichen einzelne Kerne Werte von 1.950 bis über 2.150 Punkten, bei linearer Multi-Core-Skalierung;
- Weiterhin 100 % dedizierte CPU-Kerne, schneller PCIe-NVMe-Speicher, DDR5 ECC RAM sowie eine 2,5-Gbit/s-Netzwerkanbindung;
- Fazit: Trotz Preisanpassung ist ein G12.5 Root Server pro Rechenkern immer noch rund 30 % bis 40 % günstiger als vergleichbare Dedicated-vCPU-Instanzen bei Hetzner (
CCX) oder den großen Hyperscalern.
Änderung 3: Der 1-Euro-Server (VPS pico) bleibt dank IPv6-Option erhalten#
- Der kleinste Einstiegstarif VPS pico G11.5s wurde mit Dual-Stack (IPv4 + IPv6) leicht auf 1,85 € netto/Monat angepasst;
- Gleichzeitig behielt netcup jedoch die beliebte „Nur IPv6“-Option bei, die den Monatspreis dauerhaft um 0,50 € netto senkt. Mit effektiv 1,35 € netto/Monat (1,61 € brutto inkl. 19 % MwSt.) bleibt der Tarif Europas günstigster Qualitäts-vServer für Monitoring-Nodes, VPN-Gateways und Bastion-Hosts.
3. Entscheidungsbaum für Bestandskunden & Neubesteller#
1. Für Bestandskunden (mit G11/G12-Altverträgen oder Black-Friday-Pro/Ultra-Servern):#
- Goldene Regel: Altverträge unbedingt behalten und nicht vorschnell kündigen!
- Nach deutschem Vertragsrecht und den netcup-AGB genießen bestehende Verträge uneingeschränkten Bestandsschutz:
Solange Sie Ihre Rechnungen regulär begleichen und den Vertrag im CCP nicht selbst kündigen, verlängert sich Ihr alter G11/G12- oder Black-Friday-Server unbegrenzt zum alten Preis und mit der ursprünglichen NVMe-Ausstattung.
- Falls Sie einen solchen Altvertrag selbst nicht mehr benötigen, kündigen Sie ihn nicht einfach, sondern geben Sie ihn per kostenlosem CCP Transfer-Code (PUSH) an einen anderen Entwickler oder Kollegen weiter.
2. Für Neubesteller im Jahr 2026:#
- Strategie A: Produktiv-Workloads mit 24-Monats-Laufzeit + Gutschein sichern
Die Wahl der 24-monatigen Mindestvertragslaufzeit senkt den Monatspreis bei G12.5-Servern um rund 26 % gegenüber dem Flex-Monatstarif. In Kombination mit einem Freimonats- oder 5-€-Gutschein (sowie 0 % MwSt. für Kunden aus der Schweiz oder mit EU-USt-IdNr.) sichern Sie sich weiterhin ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Strategie B: ARM64-VPS & Webhosting als Preis-Leistungs-Tipps
Die VPS ARM64 G11s-Reihe bietet nach wie vor schnellen NVMe-Speicher zu extrem niedrigen Preisen, und die Webhosting-Pakete blieben von der Preisanpassung nahezu unberührt (inkl. 30 % Dauer-Rabatt per Gutschein).
- Strategie C: Nicht dringende Projekte auf Aktionszeiträume legen
Wenn Ihr Projekt noch etwas Zeit hat, legen Sie sich jetzt in Ruhe Ihren CCP-Account an und nutzen Sie die Black Week Ende November oder die Oster-Aktion, um sich ein Pro- oder Ultra-Sondermodell mit doppeltem NVMe-Speicher zu sichern.