netcup & Server-Glossar (Über 30 Fachbegriffe aus der Praxis)

Wichtige Fakten auf einen Blick
  • Hardware & Virtualisierung: Erklärt den Unterschied zwischen Shared vCore (VPS) und 100 % dedizierten Kernen (Root Server mit AMD EPYC Zen 5) sowie CPU Steal Time (%st)
  • Administration & Panels: Umfasst CCP (Vertrags- & Rechnungsverwaltung), SCP (Serversteuerung, HTML5-VNC, Snapshots, rDNS) und den kostenlosen Transfer-Code (PUSH)
  • Vertrag & Abrechnung (DACH): Erläutert Mindestvertragslaufzeit, die 31-tägige Kündigungsfrist, Widerrufsrecht, Bestandsschutz sowie Netto-/Bruttopreise (19 % DE / 0 % CH)
  • Netzwerk & Diagnose: Erklärt Looking Glass, DE-CIX / VIX Peering, MTR-Routenanalyse, TCP BBR und die 2-TB/24h-Bandbreitenregel
Inhaltsverzeichnis41 Abschnitte

Ob in der Serververwaltung, im Forum oder auf der Abrechnung: Wer Infrastruktur bei netcup betreibt, stößt regelmäßig auf spezifische Fachbegriffe aus der KVM-Virtualisierung, dem Netzwerk-Engineering und dem deutschen Vertragsrecht. Jeder Eintrag erklärt kurz und präzise, welche praktische Bedeutung der Begriff für Ihren Server und Ihr Budget hat.

Sie suchen nach konkreten Schritt-für-Schritt-Anleitungen? Starten Sie in unserer Wissensdatenbank oder prüfen Sie die 24 häufigsten Fragen (FAQ).

Produkte & Hardware-Architektur#

VPS (Virtual Private Server / vServer)#

Eine auf KVM-Virtualisierung basierende Server-Instanz, die sich ein physisches Hostsystem mit anderen Instanzen teilt, aber über einen eigenen Linux-/BSD-Kernel, eigene IP-Adressen und isolierten Festplattenspeicher verfügt. Die VPS-Tarife von netcup nutzen geteilte Prozessorkerne (Shared vCores) und eignen sich hervorragend für Webserver, Reverse-Proxies und Anwendungen mit schwankender Auslastung zu einem extrem günstigen Einstiegspreis.

Root Server (KVM-Server mit dedizierten Kernen)#

Die Flaggschiff-Produktlinie von netcup: Obwohl technisch ebenfalls per KVM virtualisiert (wodurch Sie komfortable Features wie Snapshots und VNC nutzen können), sind die zugewiesenen AMD EPYC 9645 (Zen 5) CPU-Kerne zu 100 % für Sie reserviert (dediziert). Kombiniert mit DDR5 ECC RAM und reinem NVMe-Speicher sind Root Server die erste Wahl für Produktiv-Datenbanken, CI/CD-Build-Server, Proxmox-Umgebungen und Game-Server. (Root Server im Detail)

vCore (Virtueller Prozessorkern)#

Ein einer virtuellen Maschine zugewiesener CPU-Thread. Bei den regulären VPS-Tarifen von netcup sind vCores Shared-Ressourcen: Kurzzeitige Lastspitzen auf 100 % sind jederzeit erlaubt, eine tagelange 100-%-Dauerlast führt jedoch zu einer Fair-Use-Drosselung. Liegt Ihre durchschnittliche Grundlast dauerhaft über 60 %, sollten Sie stattdessen einen Root Server wählen.

CPU Steal Time (%st)#

Ein Messwert in top oder htop, der angibt, wie viel Prozent der Zeit Ihre virtuelle CPU warten muss, weil der physische Hypervisor den Prozessorkern gerade einer anderen Nachbar-VM zuteilt. Auf netcup Root Servern liegt dieser Wert bei nahezu 0 %; bei stark überbuchten Budget-Hostern führt eine hohe Steal Time zu spürbaren Latenzen.

ARM64 (VPS ARM Serie)#

Cloud-Instanzen auf Basis energieeffizienter 64-Bit-ARM-Prozessoren (Ampere Altra Plattform) mit schnellem NVMe-Speicher. Sie bieten ein exzellentes Preis-pro-Kern-Verhältnis für moderne Linux-Workloads und Docker-Container (linux/arm64), unterstützen jedoch kein Standard-x86-Windows.

Local Block Storage (Zusatzspeicher)#

Zusätzliche virtuelle Festplatten im Rechenzentrum Nürnberg, die sich im laufenden Betrieb als Block-Device (/dev/vdX) an Ihren Server anhängen lassen. Ideal zur kostengünstigen Speichererweiterung für Backups, Nextcloud-Daten oder Medienarchive.

Webhosting (Managed Shared Hosting)#

Schlüsselfertige Hosting-Pakete inklusive kostenloser Inklusiv-Domains (.de, .com etc.), Let's Encrypt SSL-Zertifikaten, SSH-Zugang, Node.js/Python/Ruby-Unterstützung und 1-Klick-Installern (WordPress). Ideal, wenn Sie Webseiten und E-Mail-Postfächer ohne eigenen Administrationsaufwand für das Betriebssystem betreiben möchten.

Abrechnung, Steuern & Deutsches Vertragsrecht#

Gutschein (Rabattcode / Voucher)#

Aktionscode, der im netcup-Warenkorb im Feld „Gutschein einlösen“ hinterlegt wird. Je nach Code erhalten Sie 1–2 kostenlose Abrechnungsmonate auf bestimmte Server-Modelle, 30 % Dauer-Rabatt auf Webhosting oder 5 € Neukunden-Guthaben. (Aktuelle Gutscheine)

Mehrwertsteuer (MwSt. / VAT) im DACH-Raum#

Auf der deutschen netcup-Webseite werden standardmäßig Bruttopreise inklusive 19 % deutscher MwSt. ausgewiesen. Für Kunden aus Österreich (AT) gilt nach dem Login der österreichische Steuersatz von 20 %. Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz (CH), im Nicht-EU-Ausland oder gewerbliche EU-Kunden mit gültiger USt-IdNr. (Reverse-Charge-Verfahren) zahlen 0 % MwSt. (Nettopreis) und sparen rund 19 %. (MwSt.- & Zahlungs-Ratgeber)

Nettopreis vs. Bruttopreis#

Der Nettopreis ist der reine Tarifpreis ohne Umsatzsteuer; der Bruttopreis enthält die im jeweiligen Wohnsitzland gültige Mehrwertsteuer. Achten Sie bei Hoster-Vergleichen stets darauf, ob Netto- oder Bruttopreise verglichen werden.

Mindestvertragslaufzeit (1 / 12 / 24 Monate)#

Die verbindliche Vertragsdauer eines Tarifs. Längere Laufzeiten reduzieren den monatlichen Grundpreis erheblich (ca. 13 % Ersparnis bei 12 Monaten, ca. 26 % Ersparnis bei 24 Monaten gegenüber dem 1-Monats-Tarif). Während der Mindestvertragslaufzeit ist eine ordentliche vorzeitige Kündigung ausgeschlossen.

Kündigungsfrist (31 Tage vor Ablauf)#

Die Frist, innerhalb derer ein Laufzeitvertrag gekündigt werden muss, damit er sich nicht automatisch um eine weitere Periode verlängert. Bei netcup beträgt diese Frist bei Langzeitverträgen exakt 31 volle Kalendertage vor Ende der aktuellen Vertragslaufzeit. Wird die Frist auch nur um einen Tag verpasst, ist der Kündigungs-Button für den laufenden Zeitraum gesperrt und der Vertrag verlängert sich regulär. (Kündigungs-Ratgeber)

Widerrufsrecht & 30-Tage-Geld-zurück-Garantie#

Verbrauchern steht das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht zu; darüber hinaus gewährt netcup für viele neu bestellte Hosting- und Server-Produkte eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Innerhalb dieser Frist können Sie den Vertrag im CCP widerrufen und erhalten den gezahlten Betrag auf Ihr ursprüngliches Zahlungsmittel erstattet (ausgenommen sind Domains und gesondert gekennzeichnete Sonderaktionen).

Bestandsschutz (Grandfathered Pricing)#

Ein enormer Vorteil für langjährige Kunden: Erhöht netcup die Katalogpreise für Neubestellungen (wie beim Wechsel auf G12.5), behalten alle bestehenden Verträge dauerhaft ihren ursprünglich vereinbarten Preis und ihre Hardware-Ausstattung, solange der Vertrag nicht gekündigt wird.

Transfer-Code (Vertrags-PUSH im CCP)#

Eine offizielle Funktion im Customer Control Panel (CCP), mit der Sie einen laufenden Server-Vertrag (inklusive der zugewiesenen IP-Adressen und günstiger Black-Friday-Konditionen) völlig kostenlos auf das CCP-Konto eines anderen netcup-Kunden übertragen können.

Stundenabrechnung (Flex-Tarife)#

Ab Generation G12/G12.5 verfügbare Abrechnungsoption ohne lange Vertragsbindung: Der Server wird stundengenau (Monatspreis ÷ 720 Stunden) abgerechnet, lässt sich jederzeit kündigen, und nicht verbrauchtes Vorauszahlungsguthaben wird anteilig gutgeschrieben.

Fair-Use-Klausel (CPU & Traffic)#

Regelwerk für geteilte Infrastruktur-Ressourcen. Auf VPS-Tarifen sind kurzzeitige Lastspitzen auf 100 % problemlos möglich, tagelange Dauervolllast (z. B. Krypto-Mining oder permanentes Video-Encoding) führt jedoch zu einer Drosselung der CPU-Priorität. Beim Netzwerk-Traffic sind alle Tarife unbegrenzt (Unmetered); lediglich wer im rollierenden 24-Stunden-Schnitt mehr als 2 TB ausgehenden Traffic verursacht, wird temporär von 2,5 Gbit/s auf 200 Mbit/s gedrosselt – Zusatzkosten entstehen niemals.

SEPA-Überweisung & SEPA-Lastschrift#

Im gesamten Euro-Zahlungsraum unterstützte Bankzahlung. Neben PayPal und Kreditkarte (Visa/Mastercard) können Kunden aus dem DACH-Raum ihre Rechnungen bequem per SEPA-Überweisung oder automatischem SEPA-Lastschriftmandat begleichen.

AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO)#

Pflichtdokument für Unternehmen, Agenturen und Vereine, die personenbezogene Daten auf einem Server verarbeiten. Bei netcup lässt sich der DSGVO-konforme AVV direkt im CCP digital abschließen und als PDF herunterladen.

Verwaltung & Server-Administration#

CCP (Customer Control Panel)#

Das kaufmännische Kundenportal von netcup (customercontrolpanel.de). Hier verwalten Sie Ihre Stammdaten, Rechnungen, Zahlungsarten, den DSGVO-AVV, Transfer-Codes sowie Vertrags-Upgrades und Kündigungen.

SCP (Server Control Panel)#

Das technische Steuerungspanel für Ihre Server (servercontrolpanel.de). Über das SCP starten oder stoppen Sie Instanzen, installieren Linux-/BSD-Images, binden eigene ISO-Dateien ein, erstellen Snapshots, öffnen die HTML5-VNC-Konsole, booten das Rettungssystem und setzen rDNS-Einträge. (SCP-Handbuch)

Snapshot (Offline vs. Online)#

Eine im SCP erstellte Momentaufnahme Ihrer virtuellen Festplatte. Offline-Snapshots (bei heruntergefahrenem Server) garantieren 100 % konsistente Dateisysteme, während Online-Snapshots im laufenden Betrieb erstellt werden. Wichtig: Snapshots liegen auf demselben Storage-Cluster wie der Server und ersetzen kein externes 3-2-1-Backup.

HTML5-VNC-Konsole (KVM-over-IP)#

Ein direkt im Browser nutzbarer virtueller Bildschirm samt Tastatur im SCP. Wenn Sie sich durch eine fehlerhafte Firewall-Regel (ufw / iptables) oder eine defekte sshd_config vom SSH-Zugang ausgesperrt haben, erreichen Sie Ihren Server jederzeit über die VNC-Konsole.

Rettungssystem (Rescue System)#

Ein über das SCP per Netzwerk gebootetes Live-Linux-System (Debian-basiert). Damit können Sie die eigentliche Server-Festplatte mounten, um defekte Bootloader (GRUB) zu reparieren, vergessene root-Passwörter zurückzusetzen oder Daten zu retten.

rDNS / PTR-Record (Reverse DNS)#

Die Rückwärtsauflösung einer IPv4- oder IPv6-Adresse auf Ihren Hostnamen (einstellbar im SCP unter Netzwerk). Ein sauber gesetzter PTR-Eintrag, der exakt zum A/AAAA-Record Ihrer Domain passt, ist zwingende Voraussetzung für den Betrieb eines eigenen Mailservers (Postfix / Mailcow).

Custom ISO & DD-Installation#

Über das SCP lassen sich eigene .iso-Installationsmedien (z. B. Windows Server, Proxmox VE, OPNsense oder NixOS) als virtuelles DVD-Laufwerk einbinden oder Roh-Images direkt per dd auf die Festplatte schreiben. Achtung: Eine Neuinstallation überschreibt sämtliche vorhandenen Daten. (System- & ISO-Anleitung)

Partitionserweiterung (growpart / resize2fs)#

Nach einem Tarif-Upgrade oder bei bestimmten Minimal-Images nutzt die Root-Partition zunächst nicht den gesamten virtuellen Festplattenplatz. Mit growpart und resize2fs (bzw. xfs_growfs) erweitern Sie das Dateisystem im laufenden Betrieb auf die volle Kapazität.

fail2ban & SSH-Härtung#

Standard-Sicherheitsdienst unter Linux, der Logdateien (/var/log/auth.log) überwacht und IP-Adressen nach wiederholten fehlgeschlagenen Login-Versuchen automatisch in der Firewall sperrt. Zusammen mit SSH-Keys die wichtigste Grundabsicherung jedes öffentlichen Servers. (Sicherheits-Checkliste)

Netzwerk, Peering & Diagnose#

Looking Glass & Test-IPs#

Offizielle Diagnose-Endpunkte für die Rechenzentren Nürnberg, Wien, Amsterdam und Manassas (USA), mit denen Sie vor dem Kauf Ping-Latenzen, Routing-Pfade (traceroute) und Download-Geschwindigkeiten von Ihrem Anschluss aus testen können. (Looking Glass & Speedtest)

DE-CIX, VIX & AMS-IX Peering#

Die zentralen europäischen Internet-Knotenpunkte in Frankfurt (DE-CIX), Wien (VIX) und Amsterdam (AMS-IX). Dank direktem Peering und über 2 Tbit/s Außenanbindung erreicht netcup innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz extrem niedrige Antwortzeiten von 1 bis 8 ms.

TCP BBR (Staukontrollalgorithmus)#

Ein von Google entwickelter TCP-Algorithmus (net.ipv4.tcp_congestion_control = bbr), der gegenüber dem älteren Standard cubic vor allem auf weit entfernten oder paketverlustbehafteten Verbindungen (z. B. Mobilfunk oder Transatlantik-Routen) für deutlich höheren Durchsatz sorgt.

MTR (My Traceroute)#

Kombinationswerkzeug aus ping und traceroute, das kontinuierlich Latenz und Paketverlust auf jedem einzelnen Router-Hop zwischen Ihrem Anschluss und dem Server misst – unverzichtbar zur Fehlersuche bei Routing-Engpässen.

IOPS & fio#

Input/Output Operations Per Second (Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde), meist gemessen mit dem Benchmark-Tool fio bei zufälligen 4K-Lese-/Schreibzugriffen. Während sequenzielle MB/s-Werte nur beim Kopieren großer Dateien helfen, entscheiden die 4K-IOPS über die Reaktionsgeschwindigkeit von Datenbanken und Webanwendungen.

iperf3#

Das Standard-Kommandozeilenwerkzeug zur präzisen Messung der maximal erreichbaren TCP- und UDP-Netzwerkbandbreite zwischen zwei Servern (z. B. zur Überprüfung des 2,5-Gbit/s-Ports).

2 TB / 24h Bandbreiten-Regel#

Transparente Fair-Use-Regelung von netcup: Der gesamte Datenverkehr ist kostenlos enthalten; erst wenn ein Server innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich mehr als 2 TB Daten ins Internet sendet, wird der Port vorübergehend auf 200 Mbit/s begrenzt, bis der Durchschnitt wieder unter den Schwellenwert fällt.

DDoS-Schutz (Automatische Filterung)#

Im gesamten netcup-Netzwerk kostenlos enthaltene Schutzinfrastruktur, die volumetrische Netzwerk-Angriffe (L3/L4-Floods) automatisch am Backbone-Rand herausfiltert, bevor Ihre Server-Anbindung überlastet wird.

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